Studieren ohne Abitur

Über den dritten Bildungsweg zum Bachelor-Abschluss

Die Öffnung der Hochschullandschaft für Meister, Techniker und Fachwirte im Jahr 2007 und der einheitlichen Beschlussfassung der Kultusminister über die Grenzen der Bundesländer hinweg im Jahr 2009, ermöglicht Fachkräften nicht nur neue deutschlandweite Studienmöglichkeiten, sondern verändert auch die Zielgruppenstruktur der Hochschulen mit Nachdruck.

Diese Veränderung fordert auch ein Umdenken innerhalb der Hochschulen. Was in Deutschland immer noch mit einem kritischen Blick betrachtet wird, ist in anderen Ländern Europas schon vielfach Praxis. Die Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen hat sich genau dieser neuen Thematik angenommen und will mit dem Angebot der berufsbegleitenden Bachelor-Studiengänge (in Betriebswirtschaftslehre, Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen) die Praktiker ansprechen, die Mittelpunkt der Hochschulreform sind. Zu den Pionieren in der sich neu prägenden Hochschullandschaft gehört ein Großteil der Studierenden der Weiterbildungsakademie. In 3,5 Jahren wollen sie sich berufsbegleitend dieselben Inhalte eines Vollzeit-Bachelors aneignen.

Es gibt selbstverständlich durchaus Unterschiede zwischen den Praktikern und ihren Kommilitonen mit klassischer Hochschulreife. Aber die Erfahrungen der Weiterbildungsakademie zeigen, dass alle beteiligten Parteien von der Öffnung der Hochschullandschaft profitieren. Wo die einen die Vorlesung durch interessante und lebendige Praxisbeispiele bereichern können, fällt den anderen z. B. der Umgang mit naturwissen-schaftlichen Fächern, wie Mathematik und / oder Physik auf Abiturniveau, leichter. Somit kann ein reger Wissens- und Erfahrungsaustausch in den Vorlesungen stattfinden. Prüfungsergebnisse belegen zudem, dass die Entscheidung den beruflich Qualifizierten den Zugang zum Hochschulstudium zu ermöglichen, durchaus richtig war. Denn, eine eindeutige Tendenz der Leistungen auf Grund der Art der Hochschulzugangsberechtigung lässt sich bisher nicht bestimmen und vorhersagen.


Allgemeiner Hochschulzugang ohne Eignungsprüfung

Folgende Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen:
a) den erfolgreichen Abschluss

  • einer Meisterprüfung oder
  • einer gleichwertigen Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz (§§ 53,54 BBiG) oder der Handwerksordnung oder
  • einer Fachschule

b) ein Beratungsgespräch mit den Studiendekanen

Die berufliche Aufstiegsfortbildung muss grundsätzlich auf einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung aufbauen, der Lehrgang muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und hinsichtlich des Umfangs der Inhalte und der Ausbildungstiefe mit einer Meisterprüfung vergleichbar sein.

Hochschulzugang mit Eignungsprüfung

Beruflich Qualifizierte ohne berufliche Weiterbildung können eine Zugangsberechtigung zu einem Studium erhalten, dass fachlich der beruflichen Vorbildung entspricht, sofern eine

  • mindestens zweijährige Berufsausbildung
  • in der Regel dreijährige Berufserfahrung
  • bestandene Eignungsprüfung

vorliegen.

Zusätzlich findet ein verpflichtendes Beratungsgespräch an der jeweiligen Hochschule statt.

Weitere Informationen als auch anbei ausführliche Informationen zum Download: