An der Hochschule Aalen studieren 3700 Studenten. Und die Campusfamilie wird größer: Ab Herbst gibt es nicht nur neue Vollzeit-Bachelor- und -Masterstudienangebote, sondern auch die Studiengänge "Allgemeiner Maschinenbau" und "Mechatronik" für Berufstätige, die sich neben dem Job weiterbilden wollen.
Mit dem Angebot und seiner Organisation in einer eigens gegründeten Weiterbildungsakademie (WBA) ist die Hochschule Aalen führend im Land. Und zudem ein verlässlicher Bildungspartner in Ostwürttemberg. Das wissen die Unternehmen, Gemeinden, Verbände und Institutionen Auch IHK-Präsident Helmut Althammer und IHK-Geschäftsführer Klaus Moser betonten das "höchst verdienstvolle" Engagement unisono. "Passgenau" habe die Hochschule ein überaus interessantes Angebot geschaffen.
Ab dem kommenden Wintersemester starten gleich zwei neue berufsbegleitende Studiengänge: "Allgemeiner Maschinenbau" sowie "Mechatronik" sind die Fachgebiete, in denen künftig Arbeitnehmer innerhalb von vier Jahren den Bachelor-Abschluss erlangen können. Zielgruppe der berufsbegleitenden Studiengänge sind Berufstätige mit der üblichen Berechtigung zum Hochschulzugang: (Fach)Abitur, Techniker oder Meisterbrief, die durch ein Studium den nächsten Schritt in der Karriere anstreben oder sich neu orientieren wollen.
Auch an Auszubildende, die parallel zu ihrer Berufsausbildung einen Hochschulabschluss erwerben wollen, wendet sich das Angebot der WBA. "Die Hochschule Aalen ist geradezu prädestiniert für berufliche Weiterbildung", betont Prof. Dr. Ulrich Schmitt, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Peter Gerloff das Konzept der Weiterbildungsakademie erarbeitet hat: "Wir haben hier die Kompetenz der Ingenieurpädagogen und Technischen Redakteure, außerdem alle gängigen Ingenieurstudiengänge. Die Materialien für das Selbststudium wie Skripte, Videos und Animationen können also fachlich, technisch und didaktisch auf höchstem Niveau erstellt und eingesetzt werden", fügt der Mechatroniker an.
Alexandra Jürgens ist die Geschäftsführerin der GmbH. Auch sie ist überzeugt vom Konzept: "In Zukunft brauchen wir noch mehr qualifizierte Hochschulabsolventen, besonders bei Ingenieuren. Berufstätigkeit und ein Präsenzstudium vor Ort zu vereinbaren, wird daher immer mehr an Bedeutung gewinnen."
Kein Fernstudium
Verteilt über acht Semester werden exakt die gleichen Lehrinhalte wie im Vollzeitstudium vermittelt und geprüft. Bewusst grenzt sich das Aalener Studienmodell von einem Fernstudium ab. Die Vorlesungszeiten vor Ort machen einen Großteil des Vorlesungsplans aus, Labors und Übungen verteilen sich dabei auf einen Abend in der Woche sowie auf Freitagnachmittag und Samstag. Die Vorlesungswochen erstrecken sich auf rund 25 Wochen im Jahr, in den Zeiten der landesweiten Schulferien finden keine Vorlesungen oder Prüfungen statt. Auf Antrag können im Einzelfall bestimmte Vorkenntnisse auf die Studienzeit angerechnet werden, die dadurch verkürzt werden kann. Die Studiengebühren betragen pro Monat 350 Euro verteilt über die vier Studienjahre (Anmeldegebühr 2400 Euro). Mit den Studiengebühren sind alle Leistungen einschließlich Studienberatung und -betreuung abgedeckt. Die für ein berufsbegleitendes Studium anfallenden Kosten können eventuell bei der Steuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden. Über weitere finanzielle Fördermöglichkeiten informiert die WBA Interessierte im persönlichen Gespräch.
Die Hochschule Aalen entwickelt mit drei weiteren Fachhochschulen in Baden-Württemberg Konzepte für berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge in der Ingenieurwissenschaft, die modellhaft für alle Hochschulen des Landes sind. Die Aalener Planungen sind am weitesten voran getrieben. Unterstützt werden die neuen Studienangebote vom Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Peter Frankenberg. Neben dem Landrat stehen die lokalen Abgeordneten im Europa- und Landesparlament sowie die Bundestagsabgeordneten hinter dem Aalener Modell.
