Berufsbegleitende Studiengänge Maschinenbau und Mechatronik
Seit dem Wintersemester studieren 25 Berufstätige neben dem Job Maschinenbau und Mechatronik an der Hochschule Aalen. Das als landesweites Pilotprojekt organisierte berufsbegleitende Studium verlangt einiges an Organisationstalent.
Aalen. Im ersten Semester zeigen die Studentinnen und Studenten viel Durchhaltevermögen - alle sind motiviert und lernen bereits auf die ersten Prüfungen in Mathematik und Werkstoffkunde. "Die Freude auf die Ferien ist groß", schmunzelt Maria Graf. Sie arbeitet bei der Carl Zeiss AG und ist eine von drei Frauen, die seit September Maschinenbau/Mechatronik berufsbegleitend an der Hochschule Aalen studieren. Maria Graf ist zufrieden mit ihrer Entscheidung, auf ihre Ausbildung ein Studium draufzusetzen: "Mir geht es bis jetzt ganz gut. Aber die Doppelbelastung ist schon spürbar." Der neue Studiengang wird über die Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen angeboten. Die in Aalen eingeführte Form der Organisation beruflicher Weiterbildung ist ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg und von der Hochschulrektorenkonferenz als beispielhaft allen Fachhochschulen vorgeschlagen. Wichtig für alle Studierenden ist der Rückhalt aus ihren jeweiligen Unternehmen. "Meine Firma versucht schon, mich zu unterstützen, vor allem auch finanziell. Dass ich freitags früher gehe, wird akzeptiert", sagt Markus Hopf. Er arbeitet bei Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) in Giengen. Zwischen sechs und acht Stunden pro Woche setzt Markus Hopf neben den Vorlesungen ("Mit den Professoren und Dozenten bin ich sehr zufrieden") zusätzlich für das Studium ein.
Alle sind gefordert
Neben der eigenen Motivation und Energie ist die Unterstützung der Hochschule und der Unternehmen für die vollberufstätigen Studierenden eine wichtige Basis. "So kann ich mein berufsbegleitendes Studium sehr gut in meinen beruflichen Alltag integrieren", erklärt Thorsten Ilg von der Carl Zeiss AG. "Die Hochschule gibt sich viel Mühe, damit wir gut zurecht kommen."
Das berufsbegleitende Studium und die damit verbundenen zusätzlichen Belastungen lassen sich nur mit dem Berufsleben vereinbaren, wenn Familie und Vorgesetzte mitspielen und die Studierenden unterstützen. Darin sind sich alle Erstsemester der Weiterbildungsakademie einig. Eines nagt vor den Testklausuren besonders: "Leider findet man kaum Zeit, um sich für die erbrachten Leistungen zu belohnen", sagt Semestersprecher Philipp Reitz. Der Blick auf ein paar ruhigere Weihnachtstage beruhigt da schon etwas.
