Seit gestern studieren 25 Männer und Frauen berufsbegleitend Maschinenbau und Mechatronik.
Es ist soweit: Seit Dienstag studieren an der Hochschule Aalen 25 Techniker, Meister oder Azubis mit Fachhochschulreife berufsbegleitend Maschinenbau und Mechatronik. Mit dem neuen Angebot für Berufstätige und seiner Organisation in einer eigens gegründeten Weiterbildungsakademie ist die Hochschule Aalen Vorreiter und Pilotprojekt der baden-württembergischen Fachhochschulen. Am Dienstagabend war die feierliche Semestereröffnung.
Innerhalb von vier Jahren können auch Arbeitnehmer künftig den Bachelor-Abschluss an der Hochschule Aalen erlangen. 22 Männer und drei Frauen wagen den Schritt ins berufsbegleitende Studium. "Ein Drittel der Erstsemester haben die Fachhochschulreife, die anderen sind Meister und Techniker", erklärt Alexandra Jürgens, Geschäftsführerin der Weiterbildungsakademie. Durch berufliche Weiterbildung haben letztere jetzt die Möglichkeit, an der Hochschule Aalen zu studieren. Auch an Auszubildende mit Hochschulzugangsberechtigung, die parallel zu ihrer Berufsausbildung einen Hochschulabschluss erwerben wollen, wendet sich das Angebot der Weiterbildungsakademie der Hochschule Aalen.
Das Durchschnittsalter der Studierenden liegt bei 29 Jahren. Nicht alle kommen aus der näheren Umgebung, einige nehmen längere Fahrten aus Stuttgart, Ulm, Nördlingen, Feuchtwangen oder Schwäbisch Hall auf sich, um abends oder samstags die Vorlesungen an der Hochschule zu besuchen.
Die Vorlesungen organisiert die Weiterbildungsakademie. Gehalten werden sie von Professoren und Dozenten der Hochschule, die auch die Prüfungen abnimmt. Jürgens: "Das ist eine erstklassige Qualitätsgarantie!"
"Wir sind kompetent, berufliche Weiterbildung qualitativ hochwertig und umsetzbar zu organisieren - und haben dies mit der Organisation der neuen Studiengänge bewiesen,", betont Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen. Schließlich werde das Know-how der Ingenieurstudiengänge eingesetzt. "Die Materialien für das Selbststudium wie Skripte, Videos und Animationen können also fachlich, technisch und didaktisch auf höchstem Niveau erstellt und eingesetzt werden", fügt Prof. Dr. Ulrich Schmitt an, der den Studiengang mit aufgebaut hat.
In Zukunft brauche es mehr qualifizierte Hochschulabsolventen, darin waren sich alle einig. Rektor Schneider sprach die eher hinkende Rolle Deutschlands in Europa und der Welt bei der Anzahl der Hochschulabsolventen ebenso an, wie Jörn P. Makko, Geschäftsführer Südwestmetall Ostwürttemberg. Makko kam als Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde und Förderer der Hochschule, der Hauptgesellschafter der Weiterbildungsakademie ist. In Zeiten eines drohenden Ingenieurmangels "gehen Sie mit Ihrem Studium einen Weg, der wirklich erfolgsversprechend ist, wenn Sie ihn zu Ende gehen", machte Makko Mut.
So ist das Studium organisiert
Verteilt über acht Semester werden exakt die gleichen Lehrinhalte wie im Vollzeitstudium vermittelt und geprüft. Bewusst grenzt sich das Aalener Studienmodell von einem Fernstudium ab. Die Vorlesungen vor Ort machen einen Großteil des Vorlesungsplans aus, Labors und Übungen verteilen sich dabei auf einen Abend in der Woche sowie auf Freitagnachmittag und Samstag. Das bisher bekannte Praxissemester wird für die Studierenden im berufsbegleitenden Zweig in Form von Praxisprojekten in den jeweiligen Betrieben durchgeführt. Die Vorlesungswochen erstrecken sich auf rund 25 Wochen im Jahr. Auf Antrag können im Einzelfall bestimmte Vorkenntnisse auf die vier Jahre Studienzeit angerechnet werden. Die Studiengebühren betragen pro Monat 350 Euro. Sowohl Südwestmetall als auch die IHK Ostwürttemberg sind wichtige Förderer der neuen Weiterbildungsakademie.
